Statistik - August 2005

August 2005

Die hier zusammengestellten Daten sind zum Teil Schätzwerte bzw. Hochrechnungen, da Stieffamilien nicht explizit beim Mikrozensus erfasst werden.

Statistische Daten
über Stieffamilien in Deutschland

Im Jahr 2004 heirateten 395 000 Paare, im Jahr 2003 waren es 383 000. Somit ist die Zahl der Eheschließungen um 0,3% leicht angestiegen. (Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 7. März 2005)

Im Vergleich zum Jahr 2003 war die Scheidungsrate 2004 nahezu unverändert bzw. um 0,1% rückläufig, da 2004 nur 213 700 Ehen geschieden wurden.

Von 1993 bis 2003 war die Zahl der Scheidungen stetig gestiegen und damit auch die Anzahl der betroffenen Kindern. 2003 hatte sie ihren Höchststand von 214 000 erreicht.

Die Hälfte der geschiedenen Paare im Jahr 2004 hatten Kinder unter 18 Jahren. 2003 waren 170 260 Kinder davon betroffen, 2004 168 860. Das ist eine Abnahme um 0,8%. (Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 13. Juli 2004)

Im Mai 2003 überwogen in Deutschland unter den 12,6 Mill. Eltern-Kind-Gemeinschaften nach wie vor die Ehepaare mit einem Anteil von 75 %. Allein erziehende Mütter und Väter machten mit 19 % knapp
ein Fünftel aller Eltern-Kind-Gemeinschaften aus. 6 % der Eltern-Kind-Gemeinschaften waren eine nichteheliche oder gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft.

Insgesamt lebten in allen Familienformen 20,9 Mill.Kinder (ohne Altersbegrenzung, aber ledig). (Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung, 14. September 2004)

Von 9,5 Millionen Familien in Deutschland (inklusive allein Erziehende und Unverheiraten) sind 660 000 Stieffamilien (7 %). Von insgesamt 15,3 Millionen minderjährigen Kindern wachsen 1 165 000 in einer
Stieffamilie auf. 90 % davon leben bei ihren Müttern. (Zeitschrift "Brigitte" Nr. 3 vom 22.01.2003)

Der Anteil der Stiefkinder im engeren Sinn liegt bei 850 000. Das heißt, sie leben mit einem leiblichen Elternteil und einem Stiefvater oder einer Stiefmutter zusammen. Das entspricht einem Anteil von 5,5 %.

Ende der 90er Jahre war der Anteil der Stiefkinder in Westdeutschland mit 4,5 % nur knapp halb so hoch wie in Ostdeutschland, wo gut jedes zehnte Kind mit einem Stiefelternteil zusammenlebt. (W. Bien u.a., Stieffamilien in Deutschland, DJI: Familien-Survey 10, 2002)

Rund 62 % der im Jahr 2002 adoptierten Minderjährigen (5 668) wurden von einem Stiefelternteil oder von Verwandten an Kindes statt angenommen. (Mitteilung des Statistisches Bundesamt im Bundesanzeiger Nr. 191, 14.10.2003)