![]() | Vatersuche. Töchter erzählen ihre Geschichte Autor: Ingeborg Bellmann Brigitte Biermann ASIN: 3861533529 Fassung: Taschenbuch Listenpreis: EUR 14,90 EUR Amazon Preis: EUR 14,90 EUR |
Was heißt es ohne leiblichen Vater aufzuwachsen? Welche Bedeutung hat dieser Vater für die eigene Identität und Identitätsfindung? 20 Frauen erzählen in diesem Buch offen ihre Geschichte, von einem Leben ohne Vater, allein mit der Mutter, mit Stiefvater, Halbgeschwistern, Großeltern. Authentisch, unverfälscht und schonungslos schildern sie ihre Suche nach Antworten, auf der sie häufig von ihrem familiären Umfeld allein gelassen wurden und bei Nachfragen heftige Reaktionen verkraften mussten. Ihr persönliches Puzzle der Vatersuche setzt sich zusammen aus Andeutungen der Mütter, Vermutungen und vagen Erinnerungen.So unterschiedlich diese Frauen ihre Situationen erlebt haben und so unterschiedlich ihre individuellen Situationen auch waren, umso verbindender ist die lebensbestimmende Sehnsucht nach dem unbekannten Vater und die Bemühungen dieses Loch in der Identität zu füllen, das so viele Fragen offen lässt. Wo gehöre ich hin? Wo komme ich her? Wer gehört zu mir? Was habe ich von ihm? Was hat er für einen Charakter? Warum hat er sich nicht gekümmert? Was hat er all die Jahre gemacht? Wie existenziell diese Fragen für einen Menschen sind, beschreibt dieses Buch. Idealisierende Träume, Fantasien und Heroisierung des abwesenden Vaters sind dabei kennzeichnend für den Umgang der Mädchen und Frauen mit dieser Lebenssituation.Zwischen den Schilderungen der betroffenen Töchter, werden in drei Abschnitten diese Erfahrungsberichte von Psychotherapeutinnen einfühlsam beleuchtet und eingeordnet. Zahlreiche Kontaktadressen am Ende des Buchs bieten weiterführende Hilfestellung für Betroffene.Auffallend in allen Berichten ist die häufig sehr konflikthafte und gespannte Beziehung zur Mutter - meist resultierend aus deren krampfhaftem Schweigen über den Vater. Bei der Lektüre sollte jedoch berücksichtigt werden, dass es sich vorrangig um Schilderungen aus Zeiten handelt, in denen Dinge wie Scheidung, Trennung und uneheliche Kinder eine gravierende gesellschaftliche Brandmarke für diese Mütter darstellten. Die Älteste der befragten Töchter wurde 1935, also noch vor dem Krieg, geboren, die Jüngste 1971. Heutzutage sind viele der in den Schilderungen angesprochenen Aspekte und Probleme der Beteiligten meist anders gelagert und gewichtet.Die Wichtigkeit und die Bedeutung des Kontakts zum Vater jedoch bleiben, unabhängig von den gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte und bemerkenswerterweise auch unabhängig vom Alter der Betroffenen. So betont eine der befragten Frauen: „Es wird nicht leichter, wenn man älter wird!“ Denn wie auch immer der Kontakt letztendlich verläuft. Er bringt Ruhe und Gewissheit, mit der es einfacher ist zu leben als mit dem im Dunkel verschwimmenden Umriss eines unbekannten Vaters.